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Volkskrankheit Nierenversagen: Warum ein Check sinnvoll ist

Foto: Envato Elements

Chronische Nierenschwäche entwickelt sich meist unbemerkt. In Österreich sind nach Schätzungen von Fachleuten rund 700.000 Menschen betroffen – viele davon ohne es zu wissen.

Die Erkrankung verläuft über lange Zeit symptomlos. Wird sie nicht erkannt und behandelt, kann sie zu schwerwiegenden Folgen führen: Herzinfarkt, Herzinsuffizienz oder Schlaganfall zählen zu den möglichen Komplikationen. Zudem gilt die chronische Niereninsuffizienz als eine der kostenintensivsten chronischen Erkrankungen im Gesundheitssystem.

Wer besonders gefährdet ist

Bestimmte Risikogruppen haben ein erhöhtes Erkrankungsrisiko. Dazu zählen Menschen mit:

  • Bluthochdruck

  • Diabetes

  • Übergewicht

  • bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Für diese Gruppen empfehlen Fachleute regelmäßige Kontrollen der Nierenfunktion. Doch auch im Bevölkerungsdurchschnitt ist eine frühzeitige Diagnostik sinnvoll, da die Erkrankung oft lange unentdeckt bleibt.

Einfache Tests, klare Aussage

Die Nierenfunktion lässt sich mit zwei etablierten Laborwerten überprüfen:

  • eGFR (estimated Glomerular Filtration Rate): Gibt an, wie gut die Niere das Blut filtert.

  • UACR (Urine Albumin-to-Creatinine Ratio): Misst Eiweiß im Urin und weist auf mögliche Schädigungen hin.

Beide Tests sind routinemäßig in medizinischen Laboren verfügbar.

Problematisch ist, dass viele Betroffene erst dann von ihrer Erkrankung erfahren, wenn bereits rund die Hälfte der Nierenfunktion verloren gegangen ist. Zu diesem Zeitpunkt ist der Schaden häufig fortgeschritten.

Früh erkannt ist die Erkrankung beeinflussbar

Wird eine Nierenschwäche frühzeitig diagnostiziert, kann ihr Fortschreiten gebremst werden. In frühen Stadien ist eine Stabilisierung oder teilweise Rückbildung möglich – insbesondere durch konsequente Behandlung der Grunderkrankungen, Blutdruckkontrolle, Blutzuckereinstellung und Anpassung des Lebensstils.

Prävention ist daher nicht nur medizinisch sinnvoll, sondern auch gesundheitspolitisch relevant. Chronische Nierenerkrankungen sind eng mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden – zwei Bereiche, die maßgeblich zur Krankheitslast in Österreich beitragen.

Gesundheitsvorsorge als Sicherheitsfaktor

Gesundheitliche Stabilität ist Teil gesellschaftlicher Sicherheit. Frühdiagnostik, Aufklärung und gezielte Vorsorgeuntersuchungen können schwere Krankheitsverläufe verhindern und langfristig sowohl Lebensqualität als auch Versorgungssysteme entlasten.

Ein regelmäßiger Nierencheck ist kein Spezialthema – sondern ein sinnvoller Bestandteil moderner Prävention.