Mindestens fünfmal hat ein 72-jähriger polnischer Staatsangehöriger zwischen Ende Jänner und Mitte März 2026 Mistkübel in der Wiener U-Bahnstation Stubentor angezündet. Nach intensiven Ermittlungen wurde der Tatverdächtige schließlich am Tatort festgenommen — in derselben Kleidung, die auf den Überwachungsaufnahmen zu sehen war.
Wiederholte Brandlegungen zur selben Tageszeit
Die Taten ereigneten sich ausnahmslos zwischen 15:00 und 19:00 Uhr — ein deutliches Muster, das die Ermittlungen erleichterte. Die Brandgruppe des Landeskriminalamts Wien sowie das Kriminalreferat des Stadtpolizeikommandos Innere Stadt übernahmen den Fall und sicherten Bildmaterial von mehreren Vorfällen.
Insgesamt konnten dem 72-Jährigen im Laufe der Ermittlungen sieben Brandfälle zugeordnet werden — zwei davon wurden erst nach seiner Festnahme aufgedeckt.
Festnahme direkt in der U-Bahnstation
Polizisten erkannten den Mann anhand der gesicherten Überwachungsfotos und hielten ihn in der Station Stubentor an. Die Übereinstimmung mit der Tatkleidung war eindeutig. Der Verdächtige wurde vorläufig festgenommen, bestritt die Taten jedoch in seiner Vernehmung.
Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Wien wurde er auf freiem Fuß angezeigt.
Brandstiftung in öffentlichen Verkehrsmitteln — unterschätztes Risiko
Brände in U-Bahnstationen sind keine Bagatellen. Enge Räume, hohe Personendichte und eingeschränkte Fluchtwege können selbst kleine Feuer rasch gefährlich werden lassen.
Was im Ernstfall zu tun ist
- Brände oder Rauchentwicklung sofort dem U-Bahn-Personal oder über die Notruftaste im Zug melden
- Die Station zügig über gekennzeichnete Ausgänge verlassen
- Aufzüge bei Brandgefahr nicht benutzen
- Notruf 122 (Feuerwehr) oder 133 (Polizei) wählen
- Verdächtiges Verhalten in öffentlichen Verkehrsmitteln umgehend melden — auch im Nachhinein
