Binnen weniger Wochen ist es in Wien erneut zu einem schweren Betrugsfall durch falsche Polizisten gekommen. Diesmal traf es eine 82-jährige Frau in Wien-Josefstadt – der Schaden liegt im mittleren fünfstelligen Eurobereich. Es ist nicht der erste Fall dieser Art in der Bundeshauptstadt.
Zweiter Fall in Wien innerhalb von zwei Wochen
Bereits am 16. März war eine 91-jährige Frau in Wien-Döbling Opfer einer nahezu identischen Masche geworden – damals eskalierte der Betrug sogar zu körperlicher Gewalt. Nun, am 1. April, trifft dieselbe Vorgehensweise erneut zu: Anruf, vorgetäuschte Kontogefährdung, persönliche Übergabe von Bargeld an der Wohnungstür.
Die Täter wechseln den Bezirk – die Methode bleibt dieselbe.
So lief der Betrug in Wien-Josefstadt ab
Gegen 16:00 Uhr erhielt die 82-Jährige einen Anruf von einer unbekannten Person, die sich als Polizist ausgab. Der Anrufer behauptete, ihr Konto sei gefährdet – ein Kollege namens „Baumgartner“ werde vorbeikommen, um ihr Vermögen zu sichern.
Noch am selben Tag hob die Seniorin unter Anleitung des Betrügers Bargeld von ihrer Bank ab und übergab es dem vermeintlichen Polizisten an der Tür. Das Landeskriminalamt Wien hat die Ermittlungen übernommen.
Wieso diese Masche so oft funktioniert
Die Täter setzen gezielt auf drei Faktoren: Autorität, Dringlichkeit und Vertrauen. Der Anruf kommt unerwartet, die Geschichte klingt plausibel, und der Zeitdruck lässt kaum Raum zum Nachdenken. Ältere Menschen, die allein leben, sind besonders gefährdet.
Das müssen Betroffene und Angehörige wissen
- Die Polizei fordert niemals telefonisch zur Bargeldübergabe auf
- Kein echter Polizist nimmt Geld oder Wertsachen „zur Sicherung“ mit
- Im Zweifel: Gespräch sofort beenden, selbst 133 anrufen
- Angehörige regelmäßig über aktuelle Betrugsmaschen informieren
- Verdächtige Anrufe umgehend bei der nächsten Polizeidienststelle melden
- Legen Sie gemeinsam mit älteren Angehörigen fest, wen sie anrufen können, wenn Sie selbst nicht erreichbar sind — eine Vertrauensperson als fixer Ansprechpartner kann im Ernstfall entscheidend sein
- Ältere Menschen, die allein leben, sollten wissen: Echte Behörden kündigen sich nicht telefonisch an und verlangen nie sofortiges Handeln
- Sprechen Sie das Thema aktiv an — viele Betroffene schämen sich nach einem Betrug und melden den Vorfall nicht. Nur gemeldete Fälle können verfolgt werden
