Das Bundesministerium für Inneres und das Bundesministerium für Bildung haben im März 2026 gemeinsam eine neue Broschüre mit dem Titel „Sicherheit an Schulen – Handlungsempfehlungen, Prävention und Notfallmanagement im Schulalltag“ veröffentlicht. Sie richtet sich an Lehrkräfte und Schulleitungen in ganz Österreich und ist Teil der Initiative GEMEINSAM.SICHER.
Was die Broschüre abdeckt
Der Leitfaden gliedert sich in fünf Bereiche, die den Schulalltag aus sicherheitspolizeilicher Sicht abdecken.
Sicherer Arbeitsplatz Schule — Klassenräume sollten von innen versperrbar sein, Zugangscodes regelmäßig geändert und Alarmauslösungen regelmäßig geübt werden. Besondere Aufmerksamkeit gilt betriebsfremden Personen wie Reinigungskräften oder Handwerkern, über die sensible Daten oder Schlüssel unbeabsichtigt in falsche Hände geraten können.
Erste Hilfe und Notruf — Im Notfall zählt besonnenes Handeln. Klare, kurze Anweisungen, Ruhe bewahren und frühzeitiges Warnen können entscheidend sein. Für Situationen, in denen ein Telefonat nicht möglich ist, empfiehlt die Broschüre die App DEC112 für einen stillen Notruf.
Bedrohungen erkennen und reagieren — Die Broschüre erklärt das Konzept des „Leaking“: Äußerungen oder Verhaltensweisen, durch die eine Person erkennen lässt, dass sie über Gewalt nachdenkt. Dazu zählen versteckte Drohungen, Gewaltdarstellungen in sozialen Medien oder auffällige Verhaltensänderungen. Wer solche Zeichen wahrnimmt, soll Kolleginnen oder Kollegen einbeziehen und die nächste Polizeidienststelle kontaktieren.
Radikalisierung — Radikalisierung ist ein schleichender Prozess. Erste Anzeichen können extreme politische oder religiöse Äußerungen, menschenverachtendes Verhalten oder der Versuch sein, andere zu beeinflussen. Anlaufstellen sind unter anderem die Beratungsstelle Extremismus unter 0800 20 20 44 oder per E-Mail an stopextremists@dsn.gv.at.
Sonderfall Bombendrohung — Jede Drohung ist ernst zu nehmen und sofort der Polizei zu melden. Eine Räumung muss nicht automatisch sofort erfolgen — die Entscheidung trifft die Schulleitung gemeinsam mit der Polizei.
Was im Ernstfall gilt
Bei einem lebensbedrohlichen Angriff gilt die klare Prioritätenreihe der Broschüre: flüchten wenn möglich — verstecken wenn Flucht nicht möglich ist — Notruf 133 oder 112 absetzen — als letzte Konsequenz verteidigen. Türen sperren, hinter großen Gegenständen Schutz suchen, Handy auf lautlos stellen.
Broschüre herunterladen
Die vollständige Broschüre steht auf der Website der Initiative GEMEINSAM.SICHER kostenlos zum Download bereit: www.gemeinsamsicher.at
