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Über 1.300 Online-Betrügereien aufgeklärt: Organisierte Gruppe bestellte Waren auf fremde Kosten

Foto: Envato Elements

Nach intensiven Ermittlungen über mehr als zwei Jahre haben Beamte des Kriminalreferats Josefstadt und der Polizeiinspektion Otto-Wagner-Platz eine organisierte Betrügergruppe ausgeforscht. Mehr als 1.300 Betrugshandlungen konnten geklärt werden — der Gesamtschaden beläuft sich auf rund 160.000 Euro.

So funktionierte die Masche

Die mutmaßliche Tätergruppe soll seit November 2023 wiederholt nach Wien gereist sein und hier Ferienwohnungen angemietet haben. Mit eigens erstellten E-Mail-Adressen — angelegt über Wertkartenmobiltelefone — sollen die Täter Waren an verschiedene Abholstationen bestellt haben, ohne diese zu bezahlen. Die Bestellungen umfassten unter anderem Spirituosen, Lebensmittel, Kosmetik, Kleidung und Energieträger. Die Waren wurden anschließend ins Ausland gebracht und dort auf einem Schwarzmarkt verkauft.

Ausmaß der Ermittlungen

Die Ermittler identifizierten 13 Tatorte in Wien sowie drei weitere in Deutschland. Sichergestellt wurden 13 Datenträger, über die sich 48 E-Mail-Adressen, 56 Telefonnummern und elf Benutzerkonten eines Paketzustellers nachweisen ließen. Insgesamt wurden 311 Firmen geschädigt.

Festnahmen auf frischer Tat

Am 8. Oktober 2025 konnten Beamte des Stadtpolizeikommandos Josefstadt zwei Tatverdächtige in der Eyzinggasse in Wien-Simmering auf frischer Tat stellen und festnehmen. Dabei wurden neun mutmaßlich betrügerisch erlangte Pakete, mehrere Mobiltelefone sowie ein Tablet sichergestellt. Eine weitere Person wurde im Ausland festgenommen. Nach den übrigen Tatverdächtigen wird noch gefahndet.

Die beiden in Wien festgenommenen Personen wurden auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Wien in eine Justizanstalt gebracht.

Was Unternehmen aus diesem Fall lernen können

Organisierter Bestellbetrug dieser Art hinterlässt erkennbare Muster — wer sie kennt, kann früher reagieren:

  • Häufige Bestellungen auf Abholstationen statt Privatadresse — besonders in Kombination mit neuen Konten
  • Wertkarten-E-Mail-Adressen ohne nachvollziehbare Identität als Warnsignal werten
  • Auffällige Bestellhäufung gleicher Warengruppen über kurze Zeiträume intern melden
  • Verdacht auf systematischen Missbrauch umgehend bei der Polizei anzeigen