Wien zählt zu den sichersten Millionenstädten Europas. Wohnen, Arbeiten und Freizeit lassen sich hier in hoher Lebensqualität miteinander verbinden. Neben einer starken Sicherheitsarchitektur spielt dabei auch ein oft unterschätzter Faktor eine zentrale Rolle: eine funktionierende Wirtschaft.
„Um diesen Status abzusichern und weiter auszubauen, leisten die Wiener Unternehmerinnen und Unternehmer einen wichtigen Beitrag“, betont Walter Ruck, Präsident der Wirtschaftskammer Wien.
Belebte Grätzl stärken das Sicherheitsgefühl
Sicherheit entsteht nicht nur durch Polizei und Prävention, sondern auch durch lebendige Stadtstrukturen. Verwaiste Erdgeschosszonen, geschlossene Geschäftslokale und dunkle Straßenzüge wirken sich negativ auf das subjektive Sicherheitsgefühl aus.
Beleuchtete Geschäfte, geöffnete Lokale und belebte Einkaufsstraßen hingegen sorgen für Präsenz im öffentlichen Raum – besonders in der dunklen Jahreszeit. Sie schaffen soziale Kontrolle, stärken das Gemeinschaftsgefühl und tragen wesentlich zu einer Atmosphäre bei, in der sich Menschen sicher und wohl fühlen.
Mit der Initiative „WKO im Bezirk“ setzt die Wirtschaftskammer Wien genau hier an. Seit zwei Jahren kümmern sich in allen Wiener Bezirken eigene Bezirksobleute – selbst aktive Unternehmerinnen und Unternehmer – um die Anliegen der lokalen Wirtschaft. Unterstützt werden sie von Bezirksmanagern, die direkt vor Ort tätig sind.
Aktives Leerstandsmanagement
Ein weiterer Baustein ist das Service „Freie Lokale“. Ziel ist es, Leerstände in Erdgeschosszonen zu reduzieren und neue Nutzungen zu ermöglichen. Über die Plattform freielokale.at sowie persönliche Beratungsgespräche werden Standortsuchende mit Eigentümern und Immobilienanbietern vernetzt.
Nicht alle verfügbaren Geschäftsflächen sind öffentlich ausgeschrieben. Auf Wunsch erfolgt daher auch eine direkte Abfrage bei der Immobilienwirtschaft. Dadurch wird die Ansiedlung neuer Betriebe erleichtert – und bestehende Geschäftsstraßen bleiben lebendig.
Rasche Unterstützung in Krisensituationen
Dass wirtschaftliche Stabilität auch in Ausnahmesituationen ein Sicherheitsfaktor ist, zeigte sich etwa nach dem Großbrand in Simmering. Die Wirtschaftskammer Wien organisierte kurzfristig Unterstützung für betroffene Unternehmen, stellte einen eigenen Informationscontainer vor Ort auf und ermöglichte schnelle Beratung sowie finanzielle Hilfe.
Solche Maßnahmen sichern nicht nur Existenzen, sondern verhindern auch strukturelle Brüche in einzelnen Stadtteilen.
Digitale Sicherheit für Betriebe
Neben physischer Präsenz gewinnt auch digitale Sicherheit zunehmend an Bedeutung. Über die Cyber Security Hotline (0800 888 133) erhalten Wiener Unternehmen rund um die Uhr Unterstützung bei Vorfällen im Bereich Internetkriminalität. Bei Bedarf werden lokale IT-Expertinnen und -Experten vermittelt.
Damit wird ein weiterer Sicherheitsbereich abgedeckt, der für die Stabilität des Wirtschaftsstandorts Wien wesentlich ist.
Arbeitsplätze als Stabilitätsanker
Wirtschaftliche Aktivität bedeutet auch Beschäftigung. Jedes fünfte neu gegründete Unternehmen schafft bereits im ersten Jahr Arbeitsplätze. Allein im vergangenen Jahr entstanden dadurch über 7.000 neue Jobs in Wien. Insgesamt sind mehr als 850.000 Menschen in der Bundeshauptstadt beschäftigt.
Die Wiener Unternehmen tragen zudem jährlich rund 6,5 Milliarden Euro an Lohnnebenkosten. Diese Mittel fließen in soziale Sicherungssysteme und öffentliche Strukturen – und stärken damit indirekt auch die Stabilität der Stadt.
Eine funktionierende Wirtschaft ist somit weit mehr als ein Standortfaktor. Sie ist ein zentraler Bestandteil urbaner Sicherheit – im öffentlichen Raum, im digitalen Bereich und in der sozialen Struktur Wiens.
