Gewalt gegen Frauen ist ein gesellschaftliches Problem – kein individuelles. Mindestens jede fünfte Frau erlebt im Laufe ihres Lebens körperliche, sexuelle oder psychische Gewalt innerhalb einer Beziehung oder im sozialen Umfeld. Expertinnen und Experten gehen davon aus, dass die tatsächliche Zahl deutlich höher liegt.
In den vergangenen Monaten haben mehrere öffentlich bekannt gewordene Gewalttaten die Debatte erneut verschärft. Vergewaltigungen, Belästigungen und tätliche Angriffe sind keine Einzelfälle, sondern Ausdruck struktureller Gewalt.
Schutz als politische Verantwortung
In Wien wird das Thema verstärkt aufgegriffen. Unter dem Titel „Frau – sicher in Wien“ wird im Rahmen der internationalen 16 Tage gegen Gewalt an Frauen auf Prävention, Schutz und Bewusstseinsbildung gesetzt. Die Initiative steht unter der Schirmherrschaft von Gertrude Brinek.
Stadtrat Karl Mahrer betont, dass Gewalt gegen Frauen nicht toleriert werden dürfe und der Schutz von Mädchen und Frauen höchste Priorität habe. Auch Gemeinderätin Sabine Keri fordert verstärkte Maßnahmen zum Schutz von Frauen in Wien.
Mehr Mittel für Gewaltschutz
Auf Bundesebene wurde das Frauenbudget für das Jahr 2023 um 5,9 Millionen Euro auf insgesamt 24,3 Millionen Euro erhöht. Ein Großteil dieser Mittel fließt in Gewaltschutzmaßnahmen, Beratungsangebote und Präventionsprogramme.
Ziel ist es, Betroffenen rasch Hilfe zu ermöglichen und gleichzeitig präventive Strukturen zu stärken.
Gewalt hat viele Formen
Gewalt gegen Frauen beschränkt sich nicht auf körperliche Übergriffe. Auch psychische Gewalt, Bedrohungen, Kontrolle, Stalking oder sexuelle Übergriffe zählen dazu. Häufig finden diese im privaten Umfeld statt – was es für Betroffene besonders schwer macht, Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Öffentliche Sensibilisierungskampagnen sollen das Bewusstsein schärfen, Hemmschwellen senken und klarstellen: Gewalt ist kein privates Problem, sondern eine Straftat.
Sicherheit als gesellschaftlicher Auftrag
Eine sichere Stadt bedeutet auch, dass Frauen sich im öffentlichen wie im privaten Raum geschützt fühlen können. Prävention, Opferschutz, Strafverfolgung und gesellschaftliche Haltung greifen dabei ineinander.
Gewalt gegen Frauen ist kein Randthema. Sie betrifft fundamentale Grundrechte – und damit den Kern einer sicheren Gesellschaft.
