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Aktuell

Innovation für ÖBB und ASFINAG: KI erkennt Pflanzen entlang von Straßen und Schienen

Foto: Envato Elements

Vegetation entlang von Verkehrswegen ist mehr als nur Landschaft. Unkontrollierter Pflanzenbewuchs kann die Sicherheit beeinträchtigen, Infrastruktur beschädigen und hohe Instandhaltungskosten verursachen. Ein neues Forschungsprojekt setzt daher auf künstliche Intelligenz und Hochgeschwindigkeitserfassung.

Im Rahmen des Projekts „FloraMon“ arbeiten Forscherinnen und Forscher von DIGITAL, dem Institut für Informations- und Kommunikationstechnologien der JOANNEUM RESEARCH in Graz, gemeinsam mit ASFINAG und ÖBB Infrastruktur AG an einer automatisierten Erkennung von Pflanzen entlang von Straßen- und Schienennetzen.

Datenerfassung bei hoher Geschwindigkeit

Für die Datenerhebung wurde ein mobiles Hochleistungs-Aufnahmesystem auf Fahrzeugen von ÖBB und ASFINAG installiert. Dieses System ermöglicht detailreiche Bildaufnahmen der Vegetation – auch bei sehr hoher Fahrgeschwindigkeit. Der reguläre Verkehr wird dadurch kaum beeinträchtigt.

Erfasst werden Pflanzen entlang von Autobahnen, Schnellstraßen und Bahntrassen. Ziel ist es, problematische Vegetation frühzeitig zu identifizieren – etwa Bewuchs, der Fahrbahnen beeinträchtigt, Bauwerke beschädigt oder die Sicht einschränkt.

Künstliche Intelligenz statt Sichtkontrolle

Im nächsten Projektschritt wird ein KI-gestütztes Erkennungssystem entwickelt, das Pflanzenarten flächendeckend analysieren kann. Dafür trainiert das Forschungsteam eigens entwickelte neuronale Netze mit hochauflösenden Bilddatensätzen.

Besonderes Augenmerk liegt auf sogenannten Neophyten – also nicht heimischen Pflanzenarten, deren unkontrollierte Ausbreitung ökologische Schäden verursachen kann.

Die automatisierte Analyse ermöglicht es, auch kleine oder leicht verwechselbare Pflanzenarten zuverlässig zu identifizieren – schneller und präziser als mit bloßem Auge.

Sicherheit, Effizienz und Umweltschutz

Die gewonnenen Daten dienen als Grundlage für gezielte Vegetationskontrollen. Maßnahmen können dadurch effizienter geplant und durchgeführt werden. Das senkt Instandhaltungskosten, reduziert den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und erhöht gleichzeitig die Sicherheit im Verkehr.

Das Projekt wird im Rahmen des FFG-Programms „Mobilität der Zukunft“ im Themenfeld Verkehrsinfrastrukturforschung gefördert. Beteiligt sind das Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK), die ÖBB Infrastruktur AG sowie die ASFINAG.

FloraMon zeigt, wie Digitalisierung und künstliche Intelligenz zur strategischen Absicherung kritischer Verkehrsinfrastruktur beitragen können – präventiv, ressourcenschonend und mit direktem Sicherheitsnutzen.