Ein LKW-Lenker hat am Dienstagnachmittag in zwei Wiener Tunneln erhebliche Schäden verursacht — und ist trotzdem weitergefahren.
Schäden auf 300 Metern Tunnelstrecke
Gegen 13:20 Uhr fuhr der LKW mit zu hoch beladener Mulde in den Tunnel Kaisermühlen ein. Auf einer Strecke von rund 300 Metern riss die Beladung Lampen und Verkabelungen von der Tunneldecke. Noch im Tunnel Hirschstetten wiederholte sich der Vorfall — erneut wurde eine Deckenlampe beschädigt.
Erst danach soll der Lenker die Mulde abgesenkt und den Ladehaken durch den Tunnel gezogen haben — nur um die Mulde anschließend wieder zu beladen und die Fahrt fortzusetzen. Beamte der Landesverkehrsabteilung stoppten den LKW schließlich beim Gewerbepark Stadlau.
Begründung des Lenkers
Gegenüber den Beamten gab der 52-Jährige an, wegen ein paar beschädigter Lampen nicht auf der Autobahn stehen bleiben zu wollen. Die Aussage hatte wenig Wirkung: Er wurde wegen schwerer Sachbeschädigung, mehrfacher Fahrerflucht, mangelhafter Beladung und Übertretungen nach dem Güterbeförderungsgesetz angezeigt. Aufgrund technischer Mängel am Fahrzeug wurden die Kennzeichentafeln vorläufig abgenommen.
Die Reparaturarbeiten in beiden Tunneln führten zu erheblichen Verkehrsbehinderungen im Nachmittagsverkehr.
Was dieser Fall zeigt
Überhöhte Ladung und mangelhafte Ladungssicherung gefährden nicht nur Infrastruktur — sie können andere Verkehrsteilnehmer direkt in Lebensgefahr bringen. Wer einen Schaden verursacht und weiterfährt, begeht Fahrerflucht — unabhängig davon, wie gering der Schaden eingeschätzt wird. Bei Unfällen oder Beschädigungen gilt: anhalten, Polizei verständigen — 133.
