Mit den steigenden Temperaturen verbringen viele Menschen wieder mehr Zeit im Freien. Gleichzeitig steigt die Belastung durch UV-Strahlung — und damit das Risiko für Hautschäden, vorzeitige Hautalterung und Hautkrebs. Die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) informiert rechtzeitig vor dem Sommer über richtigen Sonnenschutz und Früherkennung.
Wie viel Sonnenschutz braucht die Haut
Dr.in Alice Pinc, Oberärztin der Hautambulanz am ÖGK Gesundheitszentrum Wien Landstraße, empfiehlt als Faustregel einen Teelöffel Sonnencreme pro Körperteil. Besonders gefährdete Stellen wie Nasenrücken, Lippen, Ohren, Hände und Unterarme sollten gründlich eingecremt werden. Die Creme sollte mindestens 30 Minuten vor dem Aufenthalt aufgetragen und alle zwei Stunden erneuert werden — besonders nach dem Schwimmen. Der Lichtschutzfaktor sollte dem individuellen Hauttyp angepasst sein.
Wichtig: Zwischen 11 und 15 Uhr werden rund 80 Prozent der gesamten Tages-UV-Strahlung freigesetzt. In dieser Zeit sollte direkte Sonne möglichst gemieden werden.
Achtung bei Medikamenten
Manche Medikamente — darunter die Anti-Baby-Pille, Antidiabetika oder Antirheumatika — können lichtallergische Reaktionen auslösen: Juckreiz, Rötungen oder Blasenbildung. Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, sollte vor dem Sommer beim Arzt nachfragen, ob erhöhte Lichtempfindlichkeit möglich ist.
Kinder besonders schützen
Kinderhaut ist empfindlicher als Erwachsenenhaut — die natürlichen Schutzmechanismen sind noch nicht vollständig entwickelt. Wenige schwere Sonnenbrände in jungen Jahren können das spätere Hautkrebsrisiko deutlich erhöhen. Dr.in Pinc empfiehlt:
- Aufenthalt möglichst im Schatten
- Kopfbedeckung und Sonnenbrille mit UV-Filter
- Mittagssonne zwischen 11 und 15 Uhr meiden
- Sonnenschutz mit LSF 30 mindestens 30 Minuten vor dem Aufenthalt auftragen
- Bei Kleinkindern unter 3 Jahren direkte Sonnenexposition stark begrenzen
- An heißen Tagen ausreichend trinken
Sonnenschutz verhindert Vitamin-D-Bildung nicht
Ein verbreiteter Irrtum: Viele glauben, dass hoher Lichtschutzfaktor die Vitamin-D-Produktion blockiert. Studien zeigen jedoch, dass selbst LSF 50+ die UV-Strahlung nicht vollständig abschirmt — rund zwei Prozent der Strahlen erreichen weiterhin die Haut, was für die Vitamin-D-Bildung ausreicht.
Hautkrebs früh erkennen — die ABCD-Regel
In Österreich erkranken jährlich mehrere tausend Menschen an Hautkrebs — darunter 1.500 bis 1.700 Fälle an schwarzem Hautkrebs (malignes Melanom). Wer Muttermale regelmäßig beobachtet, kann Veränderungen frühzeitig erkennen. Die ABCD-Regel hilft dabei:
- A — Asymmetrie: Gutartige Muttermale sind rund und symmetrisch. Melanome wachsen ungleichmäßig.
- B — Begrenzung: Muttermale haben eine klare Abgrenzung zur Haut. Melanome sind zackig und unregelmäßig begrenzt.
- C — Colorit (Farbe): Muttermale sind einheitlich gefärbt. Melanome zeigen unterschiedliche Braun-, Schwarz-, Rot- oder Grautöne.
- D — Durchmesser: Muttermale bleiben lange gleich groß. Melanome nehmen an Größe, Dicke und Umfang zu.
Weitere Warnsignale: Entzündung, Juckreiz oder Blutung an einem Muttermal. Wer Veränderungen bemerkt, sollte ärztlichen Rat einholen.
