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Foto: Envato Elements

In Wien-Hietzing ist am Mittwochabend, dem 20. Mai 2026, ein 9-jähriger Bub aus einem Küchenfenster im vierten Stock gestürzt. Nach derzeitigem Ermittlungsstand dürfte er gegen 19:30 Uhr in einem unbeobachteten Moment auf das Fensterbrett geklettert und anschließend in die Tiefe gestürzt sein.

Rasche Reaktion, glimpflicher Ausgang

Die Eltern bemerkten den Vorfall unmittelbar, verständigten den Notruf und eilten zu ihrem Kind. Die Berufsrettung Wien versorgte den Buben notfallmedizinisch vor Ort. Er war bei Bewusstsein und wies äußerlich keine Verletzungen auf — ein außergewöhnlich glimpflicher Ausgang bei einem Sturz aus dieser Höhe. Er wurde zur weiteren Untersuchung in ein Krankenhaus gebracht. Der genaue Unfallhergang ist Gegenstand laufender Ermittlungen.

Fenstersturz — ein unterschätztes Risiko

Fensterstürze bei Kindern zählen zu den häufigsten schweren Haushaltsunfällen. Sie passieren in Sekunden — meist in kurzen Momenten der Unaufmerksamkeit, in vertrauter Umgebung und ohne erkennbare Vorwarnung. Besonders gefährdet sind Kinder zwischen zwei und sechs Jahren, die aktiv klettern und Gefahren noch nicht einschätzen können. Aber auch ältere Kinder unterschätzen oft die Wirkung eines gekippten oder geöffneten Fensters als Aufstiegspunkt.

Laut Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) ereignen sich in Österreich jährlich mehrere hundert behandlungspflichtige Fensterstürze bei Kindern — ein erheblicher Teil davon in der warmen Jahreszeit, wenn Fenster häufiger und länger offen stehen.

Was Eltern und Haushalte jetzt tun können

Fenstersicherung ist einfach nachrüstbar und kostet wenig im Vergleich zu den möglichen Folgen:

  • Kindersicherungen am Fenstergriff — verhindern, dass Kinder das Fenster selbstständig öffnen können. Erhältlich im Baumarkt, einfach zu montieren
  • Fensterbegrenzer — lassen das Fenster nur wenige Zentimeter öffnen, reichen zum Lüften aus und verhindern das vollständige Öffnen
  • Möbel aus Fensternähe räumen — Sofas, Betten, Regale und Stühle in der Nähe von Fenstern dienen Kindern als Aufstiegshilfe
  • Fliegengitter ersetzen Sicherung nicht — Fliegengitter sind nicht dafür ausgelegt, das Gewicht eines Kindes zu halten
  • Kinder frühzeitig aufklären — auch ältere Kinder sollten wissen, warum Fenster keine Spielfläche sind
  • Beim Lüften aufmerksam bleiben — besonders in der warmen Jahreszeit, wenn Fenster häufig offen stehen

Was im Notfall zu tun ist

Bei einem Sturz aus großer Höhe sofort Notruf 144 verständigen — auch wenn das Kind bei Bewusstsein ist und äußerlich unverletzt wirkt. Innere Verletzungen können zunächst unsichtbar sein. Das Kind nicht bewegen, bis die Rettung eintrifft.