Ein flächendeckender Stromausfall hätte gravierende wirtschaftliche Folgen. Laut Experten würde ein 24-stündiger Blackout an einem Werktag in Österreich einen volkswirtschaftlichen Schaden von rund 1,18 Milliarden Euro verursachen.
Wien wäre besonders stark betroffen: Bereits eine Stunde Stromausfall würde die Wiener Wirtschaft rund 20 Millionen Euro kosten. Ein ganzer Tag ohne Strom würde sich auf etwa 250 Millionen Euro summieren.
Wenn Infrastruktur stillsteht
Ein großflächiger, mehrtägiger Blackout würde nicht nur Unternehmen treffen, sondern sämtliche Lebensbereiche.
Bei einem vollständigen Stromausfall fallen aus:
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Kommunikationsnetze
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Mobilitätssysteme
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Zahlungssysteme
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Lebensmittel- und Wasserversorgung
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Heizsysteme
In Betrieben würden Produktionsanlagen, IT-Systeme und Telefonie ausfallen. Ohne Strom funktionieren weder Arbeitsgeräte noch digitale Prozesse. Nach kurzer Zeit käme der Geschäftsbetrieb zum Erliegen.
Je länger ein Blackout andauert, desto komplexer werden die Folgeschäden – von Lieferkettenunterbrechungen bis hin zu logistischen Engpässen.
Hohe Versorgungssicherheit in Wien
Die Stromversorgung in Wien gilt international als sehr stabil. Die Wiener Netze erreichen eine Versorgungssicherheit von 99,99 Prozent – deutlich über dem europäischen Durchschnitt.
Zwischen 2015 und 2017 waren Kundinnen und Kunden im Schnitt nur rund 27 Minuten pro Jahr ohne Strom – bei insgesamt mehr als 526.000 Minuten pro Jahr.
Diese Zahlen zeigen: Das System ist robust. Dennoch schließen Experten großflächige Störungen – etwa durch technische, klimatische oder geopolitische Ereignisse – nicht vollständig aus.
Vorsorge für Unternehmen
Prävention ist daher ein zentraler Faktor wirtschaftlicher Resilienz.
Die Sparte Industrie der Wirtschaftskammer Wien stellt mit der Broschüre „Sicher bei Blackout – Hintergründe, Informationen und Tipps für Unternehmer“ konkrete Handlungsempfehlungen zur Verfügung. Darin enthalten sind Checklisten für betriebliche Notfallpläne, Kommunikationsstrategien und organisatorische Maßnahmen.
Zu den wichtigsten Vorsorgeschritten zählen:
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Notfall- und Krisenpläne erstellen
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interne Kommunikationsketten definieren
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Datensicherungskonzepte prüfen
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alternative Energiequellen evaluieren
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kritische Prozesse priorisieren
Ein Blackout ist kein alltägliches Szenario – aber ein mögliches. Wer vorbereitet ist, reduziert Schäden und verkürzt Wiederanlaufzeiten.
