Steigende Energiepreise und wirtschaftliche Unsicherheiten belasten Unternehmen derzeit massiv. Gleichzeitig wächst eine weitere Gefahr im Hintergrund: Cyberangriffe.
Laut einer aktuellen Studie von KPMG waren 67 Prozent der befragten Unternehmen in den vergangenen zwölf Monaten von mindestens einem Cyberangriff betroffen. Jedes fünfte Unternehmen meldete einen finanziellen Schaden. Bei knapp der Hälfte lag dieser bei bis zu 10.000 Euro, bei rund zehn Prozent sogar bei bis zu 500.000 Euro.
Erpressersoftware und Phishing als Hauptbedrohung
Zu den häufigsten Angriffsmethoden zählen sogenannte Ransomware-Attacken, bei denen Daten verschlüsselt und Lösegeld gefordert wird, sowie Phishing-Angriffe zur Erbeutung von Zugangsdaten.
Betroffen sind Unternehmen aller Größen und Branchen. Besonders kleine und mittlere Betriebe unterschätzen häufig das Risiko oder verfügen über begrenzte personelle und technische Ressourcen im IT-Bereich.
Die geopolitische Lage – insbesondere der Krieg in der Ukraine – hat die Bedrohungslage zusätzlich verschärft. Staatlich unterstützte oder politisch motivierte Angriffe treffen zunehmend auch wirtschaftliche Ziele.
Unterstützung für Betriebe
Die Wirtschaftskammer Österreich bietet gemeinsam mit Sicherheitsexpertinnen und -experten aus der Sparte Information und Consulting (BSIC) Unterstützung im Bereich Cybersicherheit an.
Eine zentrale Informationsplattform ist it-safe.at. Dort finden Unternehmen:
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IT-Sicherheitshandbücher für KMU
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Checklisten und Online-Ratgeber
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Informationen zu Fördermöglichkeiten
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eine Suchfunktion für IT-Security-Fachleute
Laut Studie greifen 53 Prozent der Unternehmen auf externes Know-how zurück, um ihre IT-Sicherheit zu stärken.
Prävention statt Reaktion
Fachleute empfehlen, IT-Systeme vorausschauend abzusichern. Dazu zählen insbesondere:
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kontinuierliche Überwachung verdächtiger IT-Kommunikation
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klare interne Meldewege bei Sicherheitsvorfällen
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regelmäßige und geprüfte Software-Updates
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professionelles Datensicherungsmanagement mit laufender Kontrolle
Entscheidend ist, dass die Geschäftsführung über IT-Vorfälle unmittelbar informiert wird, um rasch reagieren zu können. Cybersecurity ist keine reine IT-Aufgabe, sondern Teil der Unternehmensführung.
Wirtschaftliche Stabilität braucht digitale Sicherheit
Cyberangriffe verursachen nicht nur direkte finanzielle Schäden. Sie gefährden auch Reputation, Kundenvertrauen und Geschäftsprozesse.
Digitale Sicherheit ist damit ein zentraler Baustein wirtschaftlicher Resilienz. Wer frühzeitig investiert, reduziert Risiken – und schützt die eigene Wettbewerbsfähigkeit.
