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Recovery Scam: Betrüger täuschen Betrugsopfer ein zweites Mal

Foto: Envato Elements

Wer bereits durch Online-Betrug Geld verloren hat, gerät zunehmend ins Visier einer besonders perfiden Masche: dem sogenannten Recovery Scam. Dabei kontaktieren Kriminelle frühere Opfer mit dem Versprechen, das verlorene Geld zurückzuholen — und verursachen dabei noch mehr Schaden.

So funktioniert die Masche

Betrüger nutzen die Verzweiflung früherer Opfer und ihre eigenen Datenbanken aus früheren Maschen. Sie melden sich per E-Mail, Telefonanruf oder Werbeanzeige und versprechen, verlorenes Geld oder Krypto-Guthaben wiederzubeschaffen. Dabei geben sie sich als Behörde, Anwaltskanzlei oder spezialisierte Agentur aus.

Da hinter dem ursprünglichen Betrug und dem Recovery Scam sehr wahrscheinlich dieselben Kriminellen stecken, kennen sie die Details des ersten Falls — was das Misstrauen der Opfer senkt. Die Geschichte klingt plausibel, weil sie mit der eigenen Vergangenheit übereinstimmt.

Am Ende wird eine Vorauszahlung verlangt — eine sogenannte Aktivierungs- oder Servicegebühr. Das verlorene Geld sieht man danach nie wieder.

Woran man den Betrug erkennt

Seriöse Einrichtungen verlangen keine Vorabzahlung für die Erbringung ihrer Leistung. Wird die Überweisung einer solchen Gebühr verlangt, ist das ein sicheres Zeichen für Betrug. Weitere Warnsignale laut Watchlist Internet (watchlist-internet.at):

  • Erstkontakt kommt unaufgefordert per E-Mail oder Anruf
  • Absenderadresse ist ein Freemail-Dienst wie Gmail — keine offizielle Stelle verwendet solche Adressen
  • Das angebliche Unternehmen ist online nicht auffindbar oder existiert nicht
  • Druck auf schnelle Entscheidung oder Überweisung

Auch Nicht-Opfer sind betroffen

Nicht nur ehemalige Opfer erhalten solche Nachrichten — auch bisher Nicht-Geschädigte können ins Visier geraten. Die Kriminellen streuen ihre Kontaktversuche breit über E-Mail-Listen, Social Media und Werbeanzeigen.

Was im Ernstfall zu tun ist

  • Kein Geld überweisen — auch keine kleinen „Gebühren“
  • Kontakt sofort abbrechen
  • Anzeige bei der nächsten Polizeidienststelle erstatten — alle relevanten Unterlagen sichern: Screenshots, E-Mails, Chatverläufe
  • Verdächtige Seiten und Kontakte auf watchlist-internet.at melden
  • Bei Fragen: Cybercrime Competence Centre (C4) des Bundeskriminalamts, erreichbar rund um die Uhr

Krypto-Assets lassen sich — wenn überhaupt — nur in Kooperation mit offiziellen Behörden zurückholen. Wer das verspricht, lügt.